Thomas Hertha

Der Wald

Der Wald

Wie viele Bäume sind ein Wald?Ein einz’ger reicht wohl kaum.Bei zweien fragt man sich alsbald„Wo ist der dritte Baum?“ Doch steh’n die Hölzer aufgereihtherum — ganz ohne Norm,ruft der Betrachter, wie befreit:„Der Wald, der ist enorm!“ Und wenn der Blick noch weiter streunt,erkennt man, was gefällt:Der Wald ist wie ein alter Freund,der keine Fragen stellt.

Ausgesetzt

Ausgesetzt

Wer hat den Stuhl wohl hier vergessen?Das Möbel ist ergraut, weil alt.Ein Hintern hat ihn durchgesessen,vereinsamt nun, im grünen Wald. Ein Wand’rer wandert, will nicht sitzen.Die Vögel hocken nur im Baum.Nicht mal ein Lump will ihn stibitzen.Der Stuhl denkt: „Scheiße, aus der Traum.“ Da morscht er hin, so ganz alleine,dass man es kaum ertragen kann.Vielleicht Ausgesetzt weiterlesen

Auferstehung

Auferstehung

Ganz oben hängt es, in der Krone.(Die trägt ein Baum mit großem Stolz.)Aus einer Knospe, zweifelsohne,entsprang’s dem hochgewachs’nen Holz. Dort trotzt es, frisch und jung, den Winden.Stürme sind ihm ziemlich schnurz.Nichts kann es von dem Baum entbinden,nicht mal des Jägers böser Furz. Doch irgendwann ist es verschwunden,der Baum ist obenrum jetzt kahl.Nun liegt es, bodennah, Auferstehung weiterlesen